Seemannsleid

die Stadt frisst Seelen und sie kotzt sie aus
nach jeder Nacht ein bisschen mehr
diesen Sommer halt ich nicht mehr länger aus
lethargisch, scheiße viel zu schwer
wir könnten schippern bis wir sinken und dann lächerlich ertrinken
„hey Papa, heute komm ich heim!“
wenn die Hoffnungen verbrennen und die Antriebslosen rennen
ist es Zeit mal wieder richtig laut zu sein

seit neuestem liest du nur noch Kierkegaard
und auch kein Ende ist in Sicht
und ich fühl mich viel Charles Bukowski
seit Wochen abgefuckt und dicht
und unrasiert und schlecht frisiert, schon viel zu lang´ paralysiert
für immer taub auf einem Ohr
die Jahre gehen total verschwommen, wie gewonnen so zerronnen
und wir schreien gemeinsam im Chor

lügen, leiden, lieben, schweigen
und wir sinken, sinken, sinken, sinken, sinken, sinken

Seemänner sinken und wir tun es auch
landunter Rettungsschiff und mit der Flut nach Haus´